Zu den häufigsten Enttäuschungen bei Moscheeteppichprojekten gehört eine Lieferung, die nicht passt: Es ist entweder zu wenig oder zu viel Teppich vorhanden. Die Ursache liegt fast immer in einem Detail, das beim Aufmaß übersehen wurde. Die genaue Flächenberechnung ist eine technische Aufgabe, die vor Produktionsbeginn große Sorgfalt verlangt.
Architekturpläne oder Aufmaß vor Ort?
Aktuelle Pläne sind ein guter Ausgangspunkt. Kleine Änderungen nach dem Bau, etwa an Säulenmaßen, Nischentiefen oder Türschwellen, sind darin jedoch möglicherweise nicht erfasst. Deshalb sollte jedes Projekt durch ein abschließendes Aufmaß vor Ort geprüft werden, selbst wenn der Plan zuverlässig erscheint.
Unregelmäßige Flächen einzeln ausmessen
Säulen, Mihrab-Nischen, Eingangsstufen und Marmorbordüren lassen sich nicht mit einer einzigen Rechteckberechnung erfassen. Messen Sie diese Bereiche gesondert und ziehen Sie sie von der Gesamtfläche ab oder planen Sie sie als eigene Teppichstücke. Sonst kann die bestellte Teppichmenge vom tatsächlichen Bedarf abweichen.
Bereiche unter der Kuppel und Emporen separat berechnen
Eine runde oder vieleckige Bodenfläche unter einer Kuppel erfordert eine andere Berechnung als ein Rechteck und häufig einen eigenen Verschnittzuschlag. Auch Emporen, einschließlich Frauenbereichen und oberen Geschossen, müssen separat ausgemessen werden. Da Zugang und Zuschnittbedingungen abweichen können, darf der Verschnittsatz des Hauptsaals nicht einfach übernommen werden.
Wasch- und andere Nassbereiche ausschließen
Berücksichtigen Sie nur trockene Gebetsbereiche, die tatsächlich mit Teppich ausgelegt werden. Waschräume für die rituelle Waschung, Toiletten und Eingangsbereiche mit einem anderen Bodenbelag sind auszunehmen. Markieren Sie die Grenzen eindeutig.
Geeignete Messwerkzeuge verwenden
Ein Lasermessgerät, ein Team aus mindestens zwei Personen und Fotos jeder Raumecke helfen, Messfehler zu minimieren. In einem großen Saal reicht eine einzige Diagonalmessung nicht aus. Messungen entlang von mindestens zwei Achsen und an mehreren Stellen machen kleine Abweichungen sichtbar, die im Plan fehlen.
Verschnitt und Musterrapport berücksichtigen
Neben der reinen Bodenfläche berücksichtigt der Hersteller Verluste durch Zuschnitt und Musteranpassung. Gerade bei Mustern mit Gebetsreihen müssen Randstücke unter Umständen beschnitten werden, damit das Muster durchläuft. Lassen Sie sich den vorgesehenen Verschnittzuschlag vor der Bestellung schriftlich nennen.
Häufige Fehler beim Aufmaß
Typische Fehler sind das Messen entlang nur einer Achse bei angenommener Symmetrie, übersehene Säulen und Nischen, derselbe Verschnittsatz für Empore und Hauptsaal sowie die Einbeziehung von Nassbereichen. Viele dieser Fehler lassen sich vermeiden, indem Sie das Aufmaßteam des Herstellers einladen oder zumindest eine detaillierte Skizze mit Fotos bereitstellen.
Die Flächenberechnung ist ebenso technisch wie der Entwurf selbst. Ein oder zwei zusätzliche Tage Sorgfalt können in dieser Phase wochenlange Verzögerungen nach der Produktion verhindern.